Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

May Crosses Festival in Spain 2015 : Colour and Faith under the Sun


May Crosses Festival of Spain (Cruces de Mayo) in Cordoba and Granada 2015

 

 

The Festival of the May Crosses (Cruces de Mayo) is celebrated throughout Andalucia though it is in Cordoba and Granada where the most impressive displays are on show. If you have to choose one then go to Cordoba. The festival consists of the construction of large crosses made of beautiful flowers in many of the city’s main squares.

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

In the true spirit of Spanish fiestas a temporary bar is built in the same square as the cross. This is where the locals congregate each evening for a good few drinks and tapas which inevitably leads to spontaneous flamenco style dancing into the early hours.

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

The celebration takes place during the first few days of May with the first weekend tending to be the busiest when visitors from all over Spain arrive to join in the party. The actual crosses which are around three metres high are made by the people of the neighbourhood and the local town council runs a competition to find the best cross (Concurso de los Cruces de Mayo). In Cordoba alone there are some eighty crosses to choose from.

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

Cruces de Mayo 2015 in Cordoba and Granada

In Cordoba some of the best neighbourhoods to head for are San Basilio, Santa Marina and San Augustin whilst in Granada it’s the Albaicín and the ‘barrio’ of El Realejo where the best crosses and most merriment is to be found. The temporary bars generate a good income during these few days which is used by local brotherhoods (cofradías) and community groups to finance various local festivals including Holy Week (Semana Santa) and the Cordoba Fair (Feria de Cordoba).

This is a typical Spanish fiesta you shouldnt miss !

LINKS

http://www.soycordoba.es/evento/cruces-de-mayo-cordoba-2015/

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LECRIN RIO

Valle de Lecrín (II) : keine Autos, keine Handys


Nach ein paar Gehminuten fanden wir einen kleinen privaten Supermarkt, in dem wir Saft, Brot, Kekse und was man sonst noch für ein Picknick auf dem Lande benötigte kauften. Dann gingen wir zurück in unser Hotel und fuhren mit unserem Mietwagen etwas bergab näher an den See heran. Schnell fanden wir eine schöne Wiese, auf der wir unsere Decke ausbreiteten und picknickten, während wir den unglaublichen Ausblick auf den Stausee genießen konnten. Es war einer der schönsten Ausblicke, die wir je beim Essen genießen konnten. Da schmeckte das Picknick doch glatt noch  besser!

CAMPO BEZNAR

CAMPO BEZNAR

Nach dem Essen brachen wir auf, das Dorf Melegis zu besuchen. Es ist ein kleines Örtchen, das sich ebenfalls am Stausee befindet, den wir nun mit unserem Mietwagen immer weiter umrundeten. Praktischerweise konnten wir unsere Decken und das übrige Essen im Kofferraum lassen, sodass wir nicht alles tragen mussten. Melegis ist bekannt für seine Orangenhaine, in denen man sehr schön spazieren gehen kann. Wir genossen die Natur und alles, was dazugehörte. Endlich konnten wir uns entspannen, den Alltag komplett vergessen und einfach abschalten. Wir lauschten dem Zwitschern der Vögel, dem Rascheln der sanften Brise in den Blättern der Bäume und dem Klang unserer Schritte; nichts anderes war zu hören: keine Autos, keine Handys und keine anderen Menschen. Es war genau das, was wir brauchten: eine Auszeit! Wir hatten einen einmaligen Panoramablick auf die Sierra Nevada und die Sierra Guájaras. Auf einigen Bergen lag sogar noch Schnee.

LECRIN RIO

LECRIN RIO

Nach einem langen und anstrengenden, aber trotzdem auf gewisse Weise entspannenden Spaziergang in den Orangenhainen von Melegis kamen wir wieder an unserem Auto an und fuhren weiter, um den Ort Dúrcal zu besuchen, der mit etwa 7000 Einwohnern der größte im Umkreis war. Nach fünfzehn Minuten Autofahrt kamen wir an. Der Ort war ebenfalls klein, aber es waren mehr Menschen auf den Straßen als in Pinos del Valle und Melegis. Jeder schien jeden zu kennen und wir Fremden wurden mit einem einladenden Lächeln begrüßt.

DURCAL

DURCAL

Zuerst gingen wir ein wenig im Ort umher, bis es zu dämmern begann. Dann beschlossen wir, es den Einheimischen gleichzutun und folgten ihnen in ein familiäres Restaurant, in dem wir leckeren Fisch und einen guten Wein kosteten. Das Ambiente war klasse; obwohl wir niemanden kannten, fühlte wir uns dennoch als ein Teil der Gemeinschaft.

Nach dem Essen und etwas heimischem Wein (natürlich nicht zu viel für den Fahrer) und je einem riesigen Eisbecher verließen wir glücklich das Restaurant, um mit vollem Magen zurück in unser Hotel zu fahren. Wir fielen in einen tiefen Schlaf, denn alles um uns herum war unglaublich leise. Wunderbar, denn so konnten wir Energie für den nächsten Tag im wunderschönen Valle de Lecrín sammeln.

LECRIN

Valle de Lecrín (I) : Comarca in der Provinz von Granada


Das Valle de Lecrín ist eine Comarca in der Provinz von Granada im Süden Spaniens. Wir wollten nun endlich auch einen ländlichen Teil Andalusiens kennenlernen, nachdem wir so viele große Städte besucht hatten und viele Nächte im turbulenten Málaga verbracht hatten. Wir hatten vor, mindestens zwei Tage auf dem Land zu verbringen, sodass wir auch dort übernachten würden. Unser Ziel war es, die saubere Luft einzuatmen und die Vögel mit ihrem morgendlichen Gezwitscher den Frühling ankündigen zu hören, denn wir hatten genug von den überfüllten Straßen voll von Autos und Abgasen und hatten die Hektik und Lautstärke der Stadt satt.

IGLESIA BEZNAR

IGLESIA BEZNAR

Nachdem wir etwa anderthalb Stunden in unserem Mietwagen gefahren waren, kamen wir im Valle an. Zu allererst parkten wir unser Auto, sodass wir ausstiegen und gleich die Landluft einatmen konnten. Es war nichts Störendes um uns herum: nur ein paar watteweich aussehende Wolken, die in den Bergen hingen, leere Straßen und unberührte Natur.

Dann fuhren wir weiter in ein Dorf namens Pinos del Valle, in dem wir ein Zimmer in einem kleinen Hotel reserviert hatten. Es war ein kleines Örtchen und es wirkte, als wären wir die einzigen Menschen, die sich in einem Radius von mehreren Kilometern auch nur bewegten. So ein verschlafenes kleines Nest! Von unserem Hotel aus hatten wir eine Aussicht auf den Stausee von Béznar: Er war strahlend blau! Die Oberfläche spiegelte den Himmel makellos und es sah zauberhaft aus.

LAGO BEZNAR

LAGO BEZNAR

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgelegt hatten, wollten wir ein wenig im Dorf spazieren gehen. Der ganze Ort war aufgrund der bergigen Landschaft in zwei verschiedene Bereiche geteilt: das Ober- und das Unterdorf. Es gab dazu zwei schlichte, aber schöne Kirchen; eine für jeden Ortsteil. Eine davon ist die Iglesia del Barrio de Arriba (Kirche des Oberdorfs), welche wir betreten und von innen bewundern konnten: Sie war komplett weiß und die Decke bestand aus beeindruckenden Bögen. Wir durften sogar den Glockenturm besteigen, von dem aus wir das ganze Dorf und auch die Iglesia del Barrio de Abajo, also die Kirche des Unterdorfs, erblicken konnten.

Wir setzten unseren Spaziergang in der friedlichen Atmosphäre des kleinen und ruhigen Dorfes hoch in den Bergen fort. Ab und zu kreuzte eine streunende Katze unseren Weg oder wir begegneten einer älteren Dame, die spazieren ging und uns mit einem Lächeln und einem freundlichen „Buenos días“ grüßte.

MEDINA AZAHARA

Cordoba (II) : Muslime, Christen und Juden


Das Museum brachte uns die multikulturelle und friedliche Gesellschaft in al-Andalus näher: Muslime, Christen und Juden leben nicht nur in Córdoba friedlich zusammen und das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Religionen war zu jener Zeit fest etabliert und, verglichen mit folgenden Zeiten, so fortschrittlich. Es ist unglaublich, dass in den darauf folgenden Jahrhunderten so viele Kriege aufgrund von Religion geführt wurden und werden.

Neben diesen interessanten Erkenntnissen bot das Museum außerdem eine tolle Aussicht auf die ganze Stadt vom Dach des Turms. Wir genossen die Sonne und verschafften uns einen Überblick: Diese Aussicht war besser als jede Landkarte! Wir entschlossen uns, die Brücke wieder zu überqueren und die arabischen Wassermühlen zu besuchen, die sich nahe der Römischen Brücke befanden.

MOLINO

MOLINO

Nachdem wir sie angeschaut hatten, wollten wir in der Nähe der Kathedrale Mittag essen, sodass wir sie gleich danach besuchen könnten, wenn sie um zwei Uhr mittags wieder geöffnet sein würde.

Nachdem wir den Innenhof der Mezquita betreten hatten, waren wir schon so beeindruckt, dass wir glaubten, das Innere des Gebäudes könnte diesen Anblick schon gar nicht mehr übertreffen. Wunderschöne Gärten, große alte Bäume, Säulengänge, die die Grünanlagen umrahmten, Springbrunnen, dazu die Fassade der Kathedrale… Aber wir irrten uns. Die Kathedrale war von innen sogar noch viel schöner!

PATIO

PATIO

Sie war riesig und es waren so viele Bögen an der Decke (die sogenannten Hufeisenbögen, die typisch für die maurische Architektur sind)! Die Größe nur zu beschreiben, fängt die Atmosphäre nicht richtig ein; man muss es einfach erlebt haben!

An der Stelle, an der jetzt die Kathedrale steht, befand sich zu Zeiten der Römer ein Tempel, später eine westgotische Kathedrale. Nachdem die Mauren das Gebiet erobert hatten, wurde diese durch eine arabische Moschee ersetzt, als Córdoba die wichtigste Stadt der westlichen islamischen Welt war: die Hauptstadt des Emirats von Córdoba. Nach der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die Katholischen Könige wurde die Moschee zur Kathedrale geweiht, aber im Großen und Ganzen wurde sie so gelassen, wie man sie vorgefunden hatte. Ein paar kleine Veränderungen wurden durchgeführt, wie zum Beispiel der Bau eines gotischen Kirchenschiffs in der Mitte. Man kann heute noch die Spuren der arabischen Zeiten erkennen: unter anderem am Mihrab, der nach Mekka ausgerichteten Gebetsnische.

MEZQUITA INTERIOR

MEZQUITA INTERIOR

Obwohl es in dem großen Steingebäude sehr kalt war, verbrachten wir viel Zeit darin, da es so viele kleine Details zu sehen gab: An den Außenwänden befanden sich kleine Kammern mit Reliquien, Statuen und Schätzen; den Chor und den Mihrab natürlich nicht zu vergessen.

Nachdem wir so viele Fotos von der beeindruckenden Kathedrale gemacht hatten, mussten wir alle entweder den Akku oder die Speicherkarte unserer Kameras austauschen. Dann gingen wir zurück auf die Straßen Córdobas, um uns in der Sonne wieder aufzuwärmen. Wir spazierten durch die engen Gassen der Judería, dem ehemaligen jüdischen Viertel, in dem wir auch eine der nur drei übrigen Synagogen Spaniens besichtigten.

SINAGOGA

SINAGOGA

Später beschlossen wir, die Alcázar de los Reyes Cristianos zu besuchen, den Palast der Katholischen Könige Isabel I von Kastilien und Fernando II von Aragón, welche die Rückeroberung der Iberischen Halbinsel im 15. Jahrhundert vollendet hatten und deren Ehe den Grundstein für das heutige Spanien legte.

Hinter dem Palast befanden sich wunderschöne Gärten mit Springbrunnen, Bäumen und in Form geschnittenen Büschen. Wir fanden außerdem eine Statue, die Isabels und Fernandos Hochzeit darstellte. Sie war umgeben von wunderschönen Anpflanzungen. Wir konnten den Palast sogar betreten und einige der Räume besichtigen und einen Turm besteigen, von dem wir eine wunderschöne Aussicht hatten. Es war definitiv eine angemessene königliche Residenz!

ALCAZAR CORDOBA

ALCAZAR CORDOBA

Danach gingen wir zurück zu unserem Auto, denn wir hatten noch eine letzte Aktivität auf unserer Liste: Die Medina de Azahara, die einmal eine maurische Stadt gewesen war. Sie befand sich etwa 7 km westlich von Córdoba und wir wollten dort noch vor der Dämmerung ankommen, also mussten wir uns beeilen.

Die Medina war groß, ein beinahe rechteckiger Bereich. Sie war ein mittelalterliches Meisterwerk der Stadtplanung, da sie komplett nach Plan und in einem Zug gebaut wurde. Auf diesem Wege sollte im zehnten Jahrhundert eine neue Hauptstadt für das Kalifat errichtet werden. Wir hatten einen guten Blick auf Córdoba, den Fluss und die Landschaft drum herum. Die Medina ist terrassenförmig aufgebaut und die alten Gebäude waren wirklich beeindruckend. Das zweite Mal an diesem Tage, dass wir  die maurische Architektur bestaunen konnten! Die Häuser waren voll von Hufeisenbögen, genau wie die Mezquita. Bis heute sind nur 10% der Stadt ausgegraben, das heißt, es wird in Zukunft sogar noch viel mehr zu sehen geben.

MEDINA AZAHARA

MEDINA AZAHARA

Die alten Steine reflektierten das rote Licht des Sonnenunterganges und zeigten uns, dass es Zeit war, zu unserem Hotel zurückzukehren. Also sagten wir Lebwohl zum wunderschönen Córdoba und fuhren zurück gen Süden, zurück nach Málaga und Richtung Costa del Sol. Es war ein langer und anstrengender Tag gewesen, der den Aufwand aber definitiv wert gewesen war.

Granada und die Alhambra (II)


Gärten, Teiche und wunderschöne Innenhöfe mit Springbrunnen und Bögen, mit Hecken und Palmen… All das wurde von dem strahlend blauen Himmel gekrönt. Der Patio de los Leones war mit Säulengängen umrahmt, dass es an einigen Stellen beinahe ein Säulenwald war; ähnlich der Mezquita in Córdoba.Im Inneren des Gebäudes lohnt es sich übrigens wirklich, den Blick auch einmal nach oben an die Decke zu richten.

Patio Leones Alhambra

Patio Leones Alhambra

Schließlich kamen wir an einen kleinen Aussichtspunkt, von dem wir einen sagenhaften Ausblick auf die Altstadt Granadas zu unseren Füßen hatten. Wir überquerten eine Art Brücke, die zwei Gebäudeteile verband, bis wir schließlich in einen schattigen Innenhof mit einem sanft plätschernden Springbrunnen hinabstiegen. Wir hatten die Touristenhorde mit lauter Gruppenführungen in verschiedenen Sprachen der Welt hinter uns gelassen und konnten hier einen Moment der Ruhe genießen.

Als wir unseren Rundgang durch den edlen Palast beendet hatten, wanderten wir weiter auf der riesigen Anlage der Alhambra umher und fanden einen von Wasserläufen durchzogenen Park. Hier musste man wirklich aufpassen, dass man nicht einmal unachtsam war und plötzlich in einer Wasserrinne landete. Aber wir schafften es trockenen Fußes, obwohl die Parkanlage wirklich beeindruckend genug gewesen wäre, den Besucher abzulenken und in eine der kleinen, aber nassen Fallen zu locken.

alhambra gardens

alhambra gardens

Als Nächstes wollten wir die Alcazaba erklimmen. Wir hatten ja bereits einige dieser Bauten besichtigt und wussten, dass uns imposante Ausblicke erwarten würden. Und genau so war es! Die Festungsanlage hatte einige Türme, die wir besteigen konnten. Von dort aus konnten wir auf der einen Seite die Altstadt und die Neustadt Granadas überblicken. Auf der gegenüberliegenden Seite jedoch erwartete uns das beeindruckendste Panorama überhaupt: die verschneiten Berge der Sierra Nevada hinter den bewachsenen Hügeln der Alhambra. Palmen und maurische Architektur vor einem Skigebiet – was für ein Kontrast!

Wir gingen bewachsene Passagen entlang und konnten die übrigen inneren Mauern der Festung bewundern. Dies war also die Anlage, die das maurische Königreich von Granada so lange schützen konnte. Granada war die letzte arabische Stadt auf der Iberischen Halbinsel und wurde erst im Jahre 1492 von den Katholischen Königen belagert und erobert. Damit waren die Araber, die beinahe 800 Jahre um Granada herum geherrscht hatten, geschlagen und mussten fliehen.

Als Letztes blieb noch der Palast von Carlos V. Dieser wurde nach der Rückeroberung gebaut, wurde jedoch nie vollendet. Der Palast erinnerte mich von innen ein wenig an das Colosseum in Rom, hatte aber auch etwas von einer Stierkampfarena.

Carlos V Palace Alhambra

Carlos V Palace Alhambra

Wir traten recht bald wieder heraus auf die sonnenbeschienenen Wege und machten uns auf in Richtung Ein- und Ausgang, da wir nach diesem doch tatsächlich recht langen Aufenthalt in der Palastanlage mit viel Laufen und Klettern eine Menge Hunger bekommen hatten.

Terrace Granada

Terrace Granada

Alpujarras – Granada


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Um noch einmal eine kleine Auszeit vom Großstadtlärm zu haben, wollten wir ein weiteres Erholungsgebiet in der Provinz Granada besuchen. So sehr uns die Lebendigkeit der Stadt auch gefiel; nach einiger Zeit ist es doch angenehm, etwas Zeit auf dem Land in der Einsamkeit zu verbringen, um den mentalen Akku wieder aufzuladen und Energie zu tanken.

Diesmal ging es noch weiter und höher ins Gebirge der Sierra Nevada. Nach etwas mehr als zwei Autostunden, die wir aufgrund eines Fahrerwechsels doch recht angenehm überstanden hatten, kamen wir in Capileira an, einem Dorf in der Comarca Alpujarras in Andalusien. Insgesamt stellt die Comarca Alpujarras den Süden der Sierra Nevada dar.

Die Berge dort oben waren riesig; kein Wunder, dass in der Nähe mit knapp 3500 Metern Höhe einige der größten Berge Spaniens zu finden waren. Wir waren den Wolken so nah wie noch nie und die Luft war merklich dünner als am Boden, sodass uns unsere Kekse aufgrund der Druckunterschiede erst einmal entgegenpurzelten, als wir die Packung öffneten. Die Landschaft hatte sich im Laufe unserer Reise immer mehr verändert und wurde gebirgiger.

Von Capileira gehen viele beliebte Wanderrouten durch das Gebirge aus. Es ist das höchstgelegene der drei Dörfer im Tal des Poqueira und man sagt, dass man hier die ursprünglichsten Dörfer besuchen kann, die Alpujarras zu bieten hat. Denn diese Region ist auch historisch etwas ganz Besonderes: Nach der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die christlichen Könige wurden die Mauren vertrieben. Einige wenige fanden noch in den Bergen der Alpujarras Zuflucht.

Bubión_(Alpujarras)

Wir fanden einen geräumigen Parkplatz nahe de Ausgangspunkt unserer Route. Zunächst mussten wir ein wenig bergauf gehen, wurden aber sogleich mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. Das Tal des Poqueira lag unter uns und es war herrlich grün, denn der Fluss bewässerte die gesamte Umgebung, sodass sich eine prächtige Pflanzenwelt entlang der Ufer entwickeln konnte. Blumen zierten unseren Wanderweg und wir konnten einige Schafe weiden sehen. Wir hatten sogar das Gefühl, Kühe in der Ferne zu hören.

Wir hatten ebenfalls, wenn wir uns umdrehten, immer noch einen Blick auf das Dörfchen Capileira und konnten die Blumen auf den Balkons erkennen und sahen das Strahlen der hübschen weißen Häuser mit ihren typischen flachen Dächern.

Auch fanden wir wieder alte Bekannte: die maurischen Wasserleitungen acequias, die wir schon im Valle de Lecrín gesehen hatten. Wir gingen weiter am Wasser entlang, bis wir das verlassene Dorf Cebadilla bewundern konnten. Dann überquerten wir den reißenden Fluss und kamen schließlich an eine Brücke, an der wir bestaunen konnten, wie sich zwei Gebirgsbäche vereinten und erst hier zum Río Poqueira wurden.

Dort standen wir vor der Qual der Wahl: Es war eine Art Kreuzung diverser Wanderwege, sodass wir verführerisch viele Möglichkeiten hatten, unsere Wanderung fortzusetzen. Wir entschlossen uns aber, unserem Plan treu zu bleiben und dem Weg gen Tal zu folgen.

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Als wir den nächsten Hügel überquert hatten, sahen wir auch die Kühe, die wir vorhin bereits gehört hatten; wir hatten also doch recht. Sie grasten direkt neben unserem Pfad. Neben all den Wiesen war die Landschaft dort oben aber vor allem eins: bewaldet und von verschiedenen kleinen Flussläufen und Bächen durchzogen. So hoch im Gebirge hätte man das ja beinahe gar nicht erwartet. Ab und an sahen wir ein uriges Bauernhaus, das einsam in der Landschaft stand.

Dann näherten wir uns wieder dem Fluss und überquerten ihn schließlich. Übrig blieb nun ein letzter steiler Anstieg, denn an der Brücke schienen wir so tief wie an diesem Tage das letzte Mal auf der Anfahrt ins Gebirge gewesen zu sein. Als wir schließlich die Anhöhe erklommen hatten, konnten wir einen letzten Ausblick auf die Schlucht des Poqueira und auf die Sierra Nevada genießen.

Nach etwa drei Stunden Wanderung bergauf und bergab, feldein und feldaus waren wir wirklich hungrig und schauten uns im blumigen Dorf nach einem kleinen Restaurant um. Wir wurden auch schnell fündig und genossen ein stärkendes Mahl.

Danach fühlten wir uns erholt und wollten noch eine weitere Wanderung unternehmen, diesmal gen Norden, um den oberen Teil des Tals zu sehen. Wir fuhren also einmal quer durch das kleine Dorf und brachen diesmal in die entgegengesetzte Richtung auf.

Schon nach nur sehr kurzer Wanderung kamen wir am Aussichtspunkt Mirador de Aldeire an, von dem aus wir einen Blick auf die verschneiten Berge der Sierra Nevada und das bewaldete Umland hatten. Wieder mussten wir nach Verlassen des Aussichtspunktes kleine Flüsschen überqueren, doch es ging nun erst einmal näher an den Fluss heran und damit ein wenig bergab, bis wir ihn dann schließlich nahe einem schönen Wald überquerten. Danach ging es wieder bergauf, doch es war eine (auch nach der vorigen Wanderung am Morgen) gut zu meisternde Steigung. Dann mussten wir doch tatsächlich eine kleine, aber beeindruckende Schlucht überqueren, auf deren anderer Seite wir unseren Marsch fortsetzten, bis wir an Wasserbecken vorbeigingen, um die nächste Schlucht zu kreuzen.

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Auf unserem Weg kamen wir schon an einem ersten Wasserfall vorbei, der schon wirklich atemberaubend war. Doch da ahnten wir ja noch nicht, dass unser eigentliches Ziel uns noch mehr vom Hocker hauen würde. Nachdem wir noch einige Bäche und inzwischen auch breitere Flussläufe überquert hatten, kamen wir schließlich an der Cascada Mecina an; dem Ziel unserer Wanderung. Es handelte sich dabei um einen enorm großen, hinter Bäumen versteckten Wasserfall.

Das Wasser dort in der Schlucht war erstaunlich klar und wir hielten einen Moment inne, um Wasser zu trinken und die Natur zu bestaunen. Im Sommer hätte man hier sicherlich gut baden können.

Unser Rückweg war zunächst dem Hinweg sehr ähnlich, bis wir schließlich auf einer Brücke den Fluss überquerten und so die Seite wechselten. Nach ein paar Metern fanden wir wieder eine der vertrauten acequias, der wir schließlich auf einem angelegten Pfad folgten. So kamen wir am Ende auf einem etwas anderen Weg erschöpft, aber zufrieden in Capileira an. Wir hatten uns der Natur noch nie so nah gefühlt wie heute, da unsere Füße so viele Bäche, Flüsse und Schluchten überquert hatten. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf den Weg in Richtung Málaga, Küste und Normalnull.

Granada und die Alhambra (I)


Nachdem wir nun schon so lange in Málaga verweilt hatten, ohne die Hauptattraktion ganz Andalusiens zu besuchen, wollten wir dies endlich nachholen. Also machten wir uns bereits am Morgen auf den Weg in die Berge in Richtung Granada, um die berühmte maurische Alhambra endlich mit den eigenen Augen sehen zu können.

Während unserer Fahrt ins Gebirge kamen wir an den Erholungsgebieten um das Valle Lecrín und Alpujarras vorbei, und die Straßenschilder weckten erneut Sehnsucht nach den ruhigen Orten in der Stille des Gebirges. Wir fuhren wieder auf die Berge der Sierra Nevada zu und bereits kurz vor Granada konnten wir den Schnee auf den Gipfeln der Berge erspähen.

In Granada angekommen, folgten wir der Beschilderung in Richtung Alhambra und parkten schließlich direkt am Eingang, kauften unsere Tickets und betraten die Alhambra über einen wunderschön angelegten Garten. Wir überquerten auf einer Brücke einen Graben und schon waren wir auf dem Gelände. Gigantische Hecken und liebevoll gepflegte Blumenbeete hießen uns willkommen; die Sonne schien es heute ebenfalls gut mit uns zu meinen. Wir folgten dem Pfad und kamen so schließlich an den großen Gebäuden innerhalb der Alhambra an.

Alhambra

Alhambra

Um den Nasridenpalast zu betreten, also die prachtvolle ehemalige Residenz der arabischen Herrscher, hatten wir eine feste Uhrzeit bekommen, als wir unsere Karten am Schalter gekauft hatten. Bis dahin blieb uns aber noch etwas Zeit, die wir damit nutzten, die Umgebung zu erkunden und ein paar der Souvenirshops zu besuchen. Schließlich war es so weit, und wir reihten uns in die Schlange der Wartenden ein.

Der Palast war wirklich atemberaubend! Jedes einzelne Tor und jeder noch so kleine Rahmen waren mit wunderschönen Arabesken und viel Liebe ausgestaltet. Jede Säule war wunderschön gestaltet, und wir fragten uns, wie lange es wohl gedauert haben mag, bis all dies im vollkommenen Glanz erstrahlen konnte. All diese feinen Schnitzarbeiten, Hufeisenbögen und edlen Verzierungen waren mehr als nur beeindruckend. Vor lauter Staunen vergaßen wir schon beinahe, weiterzugehen. Dabei erwartete uns tiefer im Inneren des Palastes noch so viel mehr!

Alhambra Palace

Alhambra Palace