Granada und die Alhambra (II)


Gärten, Teiche und wunderschöne Innenhöfe mit Springbrunnen und Bögen, mit Hecken und Palmen… All das wurde von dem strahlend blauen Himmel gekrönt. Der Patio de los Leones war mit Säulengängen umrahmt, dass es an einigen Stellen beinahe ein Säulenwald war; ähnlich der Mezquita in Córdoba.Im Inneren des Gebäudes lohnt es sich übrigens wirklich, den Blick auch einmal nach oben an die Decke zu richten.

Patio Leones Alhambra

Patio Leones Alhambra

Schließlich kamen wir an einen kleinen Aussichtspunkt, von dem wir einen sagenhaften Ausblick auf die Altstadt Granadas zu unseren Füßen hatten. Wir überquerten eine Art Brücke, die zwei Gebäudeteile verband, bis wir schließlich in einen schattigen Innenhof mit einem sanft plätschernden Springbrunnen hinabstiegen. Wir hatten die Touristenhorde mit lauter Gruppenführungen in verschiedenen Sprachen der Welt hinter uns gelassen und konnten hier einen Moment der Ruhe genießen.

Als wir unseren Rundgang durch den edlen Palast beendet hatten, wanderten wir weiter auf der riesigen Anlage der Alhambra umher und fanden einen von Wasserläufen durchzogenen Park. Hier musste man wirklich aufpassen, dass man nicht einmal unachtsam war und plötzlich in einer Wasserrinne landete. Aber wir schafften es trockenen Fußes, obwohl die Parkanlage wirklich beeindruckend genug gewesen wäre, den Besucher abzulenken und in eine der kleinen, aber nassen Fallen zu locken.

alhambra gardens

alhambra gardens

Als Nächstes wollten wir die Alcazaba erklimmen. Wir hatten ja bereits einige dieser Bauten besichtigt und wussten, dass uns imposante Ausblicke erwarten würden. Und genau so war es! Die Festungsanlage hatte einige Türme, die wir besteigen konnten. Von dort aus konnten wir auf der einen Seite die Altstadt und die Neustadt Granadas überblicken. Auf der gegenüberliegenden Seite jedoch erwartete uns das beeindruckendste Panorama überhaupt: die verschneiten Berge der Sierra Nevada hinter den bewachsenen Hügeln der Alhambra. Palmen und maurische Architektur vor einem Skigebiet – was für ein Kontrast!

Wir gingen bewachsene Passagen entlang und konnten die übrigen inneren Mauern der Festung bewundern. Dies war also die Anlage, die das maurische Königreich von Granada so lange schützen konnte. Granada war die letzte arabische Stadt auf der Iberischen Halbinsel und wurde erst im Jahre 1492 von den Katholischen Königen belagert und erobert. Damit waren die Araber, die beinahe 800 Jahre um Granada herum geherrscht hatten, geschlagen und mussten fliehen.

Als Letztes blieb noch der Palast von Carlos V. Dieser wurde nach der Rückeroberung gebaut, wurde jedoch nie vollendet. Der Palast erinnerte mich von innen ein wenig an das Colosseum in Rom, hatte aber auch etwas von einer Stierkampfarena.

Carlos V Palace Alhambra

Carlos V Palace Alhambra

Wir traten recht bald wieder heraus auf die sonnenbeschienenen Wege und machten uns auf in Richtung Ein- und Ausgang, da wir nach diesem doch tatsächlich recht langen Aufenthalt in der Palastanlage mit viel Laufen und Klettern eine Menge Hunger bekommen hatten.

Terrace Granada

Terrace Granada

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Granada und die Alhambra (I)


Nachdem wir nun schon so lange in Málaga verweilt hatten, ohne die Hauptattraktion ganz Andalusiens zu besuchen, wollten wir dies endlich nachholen. Also machten wir uns bereits am Morgen auf den Weg in die Berge in Richtung Granada, um die berühmte maurische Alhambra endlich mit den eigenen Augen sehen zu können.

Während unserer Fahrt ins Gebirge kamen wir an den Erholungsgebieten um das Valle Lecrín und Alpujarras vorbei, und die Straßenschilder weckten erneut Sehnsucht nach den ruhigen Orten in der Stille des Gebirges. Wir fuhren wieder auf die Berge der Sierra Nevada zu und bereits kurz vor Granada konnten wir den Schnee auf den Gipfeln der Berge erspähen.

In Granada angekommen, folgten wir der Beschilderung in Richtung Alhambra und parkten schließlich direkt am Eingang, kauften unsere Tickets und betraten die Alhambra über einen wunderschön angelegten Garten. Wir überquerten auf einer Brücke einen Graben und schon waren wir auf dem Gelände. Gigantische Hecken und liebevoll gepflegte Blumenbeete hießen uns willkommen; die Sonne schien es heute ebenfalls gut mit uns zu meinen. Wir folgten dem Pfad und kamen so schließlich an den großen Gebäuden innerhalb der Alhambra an.

Alhambra

Alhambra

Um den Nasridenpalast zu betreten, also die prachtvolle ehemalige Residenz der arabischen Herrscher, hatten wir eine feste Uhrzeit bekommen, als wir unsere Karten am Schalter gekauft hatten. Bis dahin blieb uns aber noch etwas Zeit, die wir damit nutzten, die Umgebung zu erkunden und ein paar der Souvenirshops zu besuchen. Schließlich war es so weit, und wir reihten uns in die Schlange der Wartenden ein.

Der Palast war wirklich atemberaubend! Jedes einzelne Tor und jeder noch so kleine Rahmen waren mit wunderschönen Arabesken und viel Liebe ausgestaltet. Jede Säule war wunderschön gestaltet, und wir fragten uns, wie lange es wohl gedauert haben mag, bis all dies im vollkommenen Glanz erstrahlen konnte. All diese feinen Schnitzarbeiten, Hufeisenbögen und edlen Verzierungen waren mehr als nur beeindruckend. Vor lauter Staunen vergaßen wir schon beinahe, weiterzugehen. Dabei erwartete uns tiefer im Inneren des Palastes noch so viel mehr!

Alhambra Palace

Alhambra Palace